Mexiko 2019 Rundreise

Vom 14.03. bis 02.04.2019 hieß es bei uns wieder #Mexikoichkomme
Oh du wunderschönes Land, ich kam dich bereits zum 5. Mal besuchen! Schon 217 Tage lebte und reiste ich in dir <3. Das ist mehr, als die knapp 200 Tage, die ich bereits auf spanischem Boden verbrachte. Dieses Mal war zum ersten Mal unsere kleine Tochter (#reisenmitkind)dabei, wir fuhren zum ersten Mal mit einem Mietwagen und schauten uns Orte an, wo wir vorher noch nie waren. Vor allem die Halbinsel Yucatan entdeckten wir komplett neu und ausgiebig. Von unseren Ausflügen, Erlebnissen, Hochs und Tiefs, möchte ich euch im Folgenden alles erzählen.

Reiseroute Mexiko 2019
Unsere Reiseroute

Unsere Anreise nach Mexiko

Am 14.03.2019 startete die Reise mit der Air France ab Berlin. Das zweite Mal reisten wir bereits mit den Franzosen und waren auch dieses Mal mehr als zufrieden. Es gibt rund um die Uhr Getränke, auch alkoholische Getränke, zwei leckere Mahlzeiten (in unserem Fall Mittag und Abendbrot und ja ich finde das Essen wirklich lecker), ein umfangreiches Bordentertainment und Geschenke für die kleinen Passagiere. Wir mussten in Paris einmal quer über den Flughafen Charles de Gaulles, hatten dieses Mal aber viel Zeit eingeplant, sodass wir und unsere Koffer den Anschlussflieger nach Mexiko auch ganz sicher schaffen. Wir flogen von Paris noch mal um die 10 Stunden, ganz genau weiß ich es nicht mehr und dank Zeitverschiebung war es den ganzen Flug über hell.

Mittagessen im Flieger
Mahlzeit für Kinder im Flieger

Am Flughafen in Cancún

In Cancún, Mexiko kamen wir ca. gegen 17:40 Uhr Ortszeit an. Anders als sonst, bekamen wir den Immigrationzettel erst nach dem Flug ausgehändigt. Im Gehen füllte ich die drei Zettel schnell aus und sah uns schon ewig in der Schlange stehen. Schließlich kamen zeitgleich 2 oder 3 Maschinen an, die nun in der großen Halle abgefertigt wurden. Das ging aber wirklich richtig fix. Während überall die Stempel nur so auf die Reisepässe geknallt wurden, hatte unsere Immigration-Frau sogar noch ein paar liebe Worte für uns und unsere Tochter über. Diese begeisterte auch auf dem weiteren Verlauf der Reise die breite Masse mit ihren blonden Haaren und blauen Augen.

Auch die ersten Koffer rollten schon über das Gepäckband. Von Wegen mexikanisches „ahorita“ ist ein sehr dehnbarer Begriff. In diesem Fallkonnte man es mit der Übersetzung „jetzt“ sehr ernst nehmen. 1:0 für die Mexikaner

Mietwagen-Übernahme in Cancún

Ich hatte angegeben, dass wir wohl 19 Uhr an der Mietwagenstation sind. 18:30 Uhr standen wir mit einem freundlichen „Hola, Buenos tardes, como estas“ vor der netten Frau, die uns gleich zum „Camioneta“ brachte, um damit zum Mietwagen-Office zu kommen.

Da wir im Vorfeld gelesen hatten, dass den Touristen mehrfach 2000€ auf der Kreditkarte geblockt wurden und versucht wird, weitere Versicherungen aufzuschwatzen, hatte ich ein wenig Bammel vor dem Gespräch. Pustekuchen. Unser Ansprechpartner war freundlich, sagte selber dass wir rundum versichert sind und es keinen Sinn macht, weitere Versicherungen abzuschließen, blockte uns ca. 450€ auf der Kreditkarte, gab uns ein kostenloses Upgrade, weil wir ja mit Kind unterwegs sind und so viel Gepäck haben und schon zogen wir gegen 19 Uhr mit unserem Renault (Dacia) Duster in die Nacht hinaus, nach Playa del Carmen…

Playa del Carmen

Nach ca. 45 Minuten Fahrt, fanden wir uns trotz Dunkelheit ganz fix zum Hotel. Wir hatten uns für die folgenden sechs Nächte in einem Mini-Condo-Hotel eingebucht. Es gab nicht mehr als fünf Zimmer und wir waren echt happy. Das Zimmer mit Bad reichte vollkommen für uns aus und hatte sogar eine kleine Terrasse mit zwei „hamacas“ (Hängematten). ca fünf Querstraßen entfernt von der Avenida La Quinta und somit sechs Avenidas bis zum Meer, aber super günstig, sauber und nett. 200€ für sechs Nächte, für Playa del Carmen ein wahnsinnig günstiger Preis!

Schwanhandtücher auf dem Bett
Unser Bett, im Hintergrund sieht man schon jemanden träumen.

Emmanuel empfing uns, zeigte uns unser Zimmer und wir schlüpften schnell in etwas lockere Kleidung und machten uns auf zum Geld holen und El Fogon zum nächtlichen Snack. Obwohl es schon dunkel war, fühlte man die Wärme auf der Haut, wie wunderbar. Aufgrund der geringen Gebühren beim Abheben, suchten wir die CI-Banco. Also einmal vor bis zur Constituyentes und bis zur Avenida 10 Richtung Meer. Das Kind schlummerte derweil tief und fest im Buggy, den wir über die Bordsteinkanten hoch und runter schaukelten… Also Playa del Carmen ist echt schön und auch abends so wunderbar wild und liebenswürdig, aber barrierefrei definitiv nicht.

Leider hatte sich der Weg überhaupt nicht gelohnt, denn der Automat spuckte kein Geld aus. Nach unseren Problemen mit den Banken im Jahr 2013 befürchtete ich schon wieder Schlimmstes, aber als die zwei Amerikanerinnen nach uns auch nichts bekamen, rollten wir zwei, drei Häuser weiter zur Scotiabank und bekamen bei mehr als fünffachen Gebühren (100 Pesos) endlich unser gewünschtes Geld.

Fein, ab zum Essen, Hunger. Beim El Fogon an der Constituyentes steppte der Bär. Die Leute standen immer noch für Tische an, davor gab es Live Musik von Wander-„Bandas“ und ein bläulicher Dunst verteilte sich im kompletten Innenraum des Restaurants. Tacos gibt es an jeder Ecke, deshalb zogen wir weiter, um die Ecke in die Ave. 25 rein, vorbei am Nativo, der schon die Stühle hochstellte und weiter zum nächsten El Fogon. Hier war es ruhiger und wir bekamen sogar draußen einen Platz, wo es nicht so warm und qualmig war. Wir bestellten Tacos Al Pastor, Quesadilla und Hühnchen, für das Kind, das immer noch schlief, einen extra Teller und einen Erdbeer Milkshake (Licuado de fresa), für mich Agua de Pina, für Toni zwei Bier.

Hähnchen im El Fogon
Meine Portion Hähnchen mit Ofenkartoffel

Der Räuberteller blieb leer und die beiden großen Getränke trank ich fast alleine aus, denn das Kind war nicht wach zu kriegen. Selbst eine Banda, die sich in diese hintere Ecke verirrte und direkt neben uns lautstark ein paar Cumbia-Hits dahin trällert, juckte sie nicht. Danach ging es direkt zum Hotel, duschen und dann ins Bett, wir waren alle müde…

1. Urlaubstag (Freitag): Playa del Carmen

Wir ließen unseren Urlaub gemütlich beginnen, nachdem ich nachts um 4 Uhr wach wurde und nicht mehr einschlafen konnte und das Kind halb 7 Uhr vom Hunger geweckt wurde. Jetlag lässt grüßen!

Foto-Profi in der Hängematte
Morgens um 7 Uhr in Playa del Carmen – Hobbyfotograf am Werk!

Gemütlich heißt, gegen 9 Uhr das Hotel verlassen und mit einem ausgiebigen Frühstück in der Cueva del Chango starten.

Speisekarte der Cueva del Chango
Speisekarte aus Holz

Cueva del Chango

Dieses idyllische Plätzchen ist seit 10 Jahren mein absoluter Favorit in Playa und darf bei keinem Urlaub fehlen. Hier hat sich auch in 10 Jahren so fast gar nichts geändert, selbst die Toiletten sind noch gleich. Wer einigermaßen gesund essen und das mit der mexikanischen Küche verbinden möchte, ist in der „Affen-Höhle“ genau richtig. Hier schmeckt es richtig lecker! Vorwiegend wird Frühstück und Mittagessen serviert, dazu gibt es tolle Smoothies und Säfte. Die Cueva del Chango ist unterhalb der Avenida La Quinta in der 38. Straße.

Frühstückstisch Cueva del Chango
Chilaquiles in der Cueva del Chango

Für mich gab es natürlich Chilaquiles und die Früchte-Granola-Joghurt Schale, die das Kind verschmäht hatte.

Spaß am Strand

Nach unserem Festmahl am Morgen zogen wir weiter zum Strand. Viel habe ich vorm Urlaub über Zargazo gehört und gelesen, wenig erwartete uns am Strand. Zargazo ist der mexikanische Begriff für das Seegras, das im Wasser in Küstennähe rum treibt oder an den Strand gespült wird. Ein wenig ist ja immer und gehört einfach dazu… ein Glück also. Die meisten Hotelstrände sind übrigens komplett frei von Zargazo.

Ausgelassen sprang unser Kind durch den Sand und in die Wellen. Sie baute aus dem Seegras eine Burg, danach kam ein Traktor und sammelte alles ein.

Einkaufen im Mega Soriana

Die Sonne knallte, uns war warm und wir entschieden uns Siesta auf der Terrasse zu machen. Vorher gab es einen kurzen Abstecher über die Avenida La Quinta zum Mega Soriana, ein wenig einkaufen und nach kurzen Hosen schauen, die es leider nicht in den Rucksack meines Mannes geschafft haben. Zwei kurze Hosen, Bier, Obst, Frischkäse, Mais-Tostadas, Säfte und eine Flasche Rum landeten im Einkaufswagen. Der Einkauf wurde im Buggy verstaut und daheim angekommen ging es erst unter die Dusche, dann in die Hängematte. Toni mochte sein Bier wohl nicht, schmiss die große 1 Liter Flasche runter und schnitt sich an der Scherbe… Was ein schöner Start in den Urlaub! Zum Glück hatte ich eine umfangreiche Reiseapotheke für’s Kind dabei!

Avenida La Quinta in Playa del Carmen
Kurzer Spaziergang auf der Avenida La Quinta

Parque la Ceiba und Centro Maya

Bevor es dunkel wurde, wollten wir noch einen kurzen Abstecher in den Parque la Ceiba machen. Der befindet sich am anderen Ende der Stadt, gut dass wir ein Auto hatten 🙂 Viel gibt es nicht zu sehen. Wir blieben am Spielplatz hängen, schauten kurz den Luft-Künstlerinnen zu, die grade in Action sind und drehten noch eine Runde durch den kleinen Park. Hier gibt es an verschiedenen Wochentagen verschiedene Veranstaltungen, wie zum Beispiel Markt, Freiluftkino etc. Auf einem Schild lasen wir, dass das Tlacuache, das einzige Beuteltier Mexikos auch in diesem Park wohnen soll. Leider haben wir es nicht getroffen.

Weiter ging die wilde Fahrt zum Centro Maya, einer großen Shopping-Mall direkt an der Carretera. Nachdem wir eine Runde gedreht hatten, blieben wir an einem Indorspielplatz hängen. 65 Pesos die Stunde, das Kind war nicht mehr wegzukriegen… ja ok, leider hatten die Betreiber das WIFI für die wartenden Eltern vergessen. Danach aßen wir verschiedene Quesadillas am Food Corner. Das Kind schlief beim Essen ein und wir kriegten es nur mit der Aneinanderreihung folgender Buchstaben geweckt: E*I*S. Desafortunadamente, wurde die Eisbar gerade gereinigt, als wir eintrafen und so mussten wir auf ein Eis am Stiel aus dem angrenzenden Supermarkt ausweichen. Welch ein Glück, hier gab es auch neues Bier für den Mann…

2. Urlaubstag (Samstag): Cancún

Heute stand ein Treffen mit unseren Freunden Valeria und Andres auf dem Plan. Als wir uns das letzte Mal (2014) trafen, waren wir noch keine Eltern. Dieses Mal sollten zwei kleine süße Kinder im Alter von 3 und 4 Jahren mit dabei sein. Eins aus Deutschland, eins aus Mexiko <3

Start in den Tag

Am Morgen gab es ein paar kleine Snacks, Obst und Saft auf der Terrasse. Wir packten unsere Sachen und machten uns auf den Weg nach Cancún. Vorher holten wir uns noch eine mexikanische Simkarte, um allgemein unterwegs auch Internet zu haben und mit unseren Freunden in Kontakt zu treten. Internet für 3 Wochen und die Telcel Simkarte kosteten mich 250 Pesos, also ca 12,50€. Beim nächsten Mal muss ich unbedingt an die Telcelkarte denken!

Fahrt nach Cancun

Die Fahrt bis in die Stadt dauerte ca. eine Stunde. Erste Anlaufstelle war der Mercado 28. Im letzten Urlaub kauften wir uns hier zwei Essens-Teller aus Talavera – unsere Lieblingsteller. Ein dritter für’s Kind sollte her. Außerdem brauchten wir Ersatz für die zerbrochene Talavera-Tasse. So viel zum Thema: Talavera ist unkaputtbar… NEIN, aber schön sieht es aus. Ich liebe das Geschirr. Wir verbrachten 3 Stunden auf dem Markt und quatschten mit unzähligen Leuten. Es ist immer noch eine Touristen-Hölle aber wer ein wenig spanisch spricht, kann hier wirklich gute Preise machen, die es so im ganzen Land ähnlich oder höher gibt… Wer kein spanisch spricht, sollte aufpassen und trotzdem immer versuchen zu handeln. Am besten erwähnt man zudem, dass man aus Deutschland kommt, so hat man generell immer einen Bonus 😉

Cancún Buchstaben

Besuch bei Freunden

Danach gaben wir die Adresse unserer Freunde ins Navi ein und fuhren in ein Wohngebiet. Der Sicherheitsmann wollte wissen, wohin wir wollen. Wir nannten ihm Name und Straße und bekamen dafür einen lustigen Partyhut mit Nummer für’s Auto gegen meinen Personalausweis. Auf uns warteten schon Fisch und Shrimps… mhhhh lecker. Die Kinder verstanden sich, bzw verstanden sich nicht aber spielten auch jeder auf seiner eigenen Sprache MITeinander. Toll zu beobachten.

Hand in Hand, egal aus welchem Land
Hand in Hand, egal aus welchem Land

Wir quatschten und aßen und während die Jungs nur noch Bier tranken und über Bier sprachen, gingen wir Mädels mit den Kids in den, zum Wohngebiet zugehörigen Park. Hier gab es Rutschen, Schaukeln und ein Trampolin, das Kind war begeistert. Leider zudem auch einige Mosquitos, die den Aufenthalt etwas trübten. Gegen 21 Uhr fuhren wir wieder heim. Der Partyhut wurde uns am Ausgang abgenommen und ich erhielt meinen Ausweis zurück, welch ein Glück!

3. Urlaubstag (Sonntag): Crococun, Isla Blanca

Der Tag war im Vorfeld etwas schwieriger zu planen. Was macht man schon an einem Sonntag in Mexiko?

… erst mal Frühstücken…

Endlich einmal schafften wir drei es pünktlich aus dem Bett. Wir packten unsere Sachen und gingen 4-5 Straßen weiter zum Nativo. Der Nativo ist nach der Cueva del Chango meine zweite Anlaufstelle für gutes Frühstück. Mittlerweile gibt es schon drei davon in Playa del Carmen. Auch hier geh ich schon seit 10 Jahren sehr gern hin. Die 1 Liter Smoothies kosten immer noch 40 Pesos und schmecken immer noch so fantastisch!

leckeres Frühstück im Nativo in Playa del Carmen
Frühstück im Nativo

Croco Cun in Puerto Morelos

Auf direktem Weg ging es dann vom Nativo nach Puerto Morelos. Nach ca. einer halben Stunde Fahrt, hielten wir auf dem Parkplatz vom Croco Cun.

Crococun Park in Mexiko

Lest weitere Infos zum Park und verpasst nicht meine krokotastischen Bildergalerien

Nachdem wir den Park erkundet hatten, erzählten wir noch kurz mit der Frau, ebenfalls aus Deutschland, die auch an unserer kleinen Tour teilnahm und fuhren dann weiter nach Cancún.

Isla Blanca

Wir ließen die Stadt aber hinter uns liegen und fuhren an der Küste (die man übrigens nicht sieht) immer weiter entlang Richtung Norden zur Isla Blanca.

Isla Blanca nördlich von Cancún

Lest hier unsere Erlebnisse auf Isla Blanca und eine Geschichte von schwimmenden Autos.

Abendessen in Puerto Morelos

Nachdem wir die sandige „Straße“ hinter uns gelassen hatten, fuhren wir wieder Richtung Cancún der Abendsonne entgegen. Eigentlich war der Plan dort oben einen frischen Fisch zu essen. Da unsere Abreise aber aufgrund des Wassers und fehlender Parkplätze an Land, ziemlich schnell vonstatten ging und wir auch zu wenig Bargeld bei uns hatten (natürlich war hier mitten im Nichts KEIN ATM verfügbar), fuhren wir durch Cancún in Richtung Puerto Morelos. Hier wollten wir uns eine Kleinigkeit im Soriana holen, da die Kleine sehr hungrig war. Allerdings hatten wir das letzte Mal in Puerto Morelos so gut am Strand gegessen und fuhren doch ins Dorf. Sonntag Abend, Action auf dem Zocalo, hier trommelten Indianer, Künstler verkauften ihre Werke und wir fanden uns inmitten tausender Touristen auf der Suche nach Essen. Na gut, wahrscheinlich waren es nur hunderte, aber viiiieeeele! Wann ist Puerto Morelos eigentlich so gewachsen? Kind wollte Spaghetti, ich gern einen Fisch und dem Mann war es egal. Nach ewigem hin und her einigten wir uns auf das Restaurant am Zocalo mit dem Namen La Casa del Pescador.

frischer Fisch im El Pescador, Puerto Morelos
frischer Fisch auf den Tisch

Hier gab es zumindest Quesadillas für’s Kind, deren Ankunft sie aber, wie schon die Tage zuvor verschlief… Wir durften uns unseren Fisch aussuchen und griffen zum 150 Pesos und 200 Pesos Fisch mit jeweils verschiedenen Beilagen. Nach dem Essen gab es noch eine Verdauungsrunde über den Zocalo und dann fuhren wir heim, am nächsten Tag mussten wir früh aufstehen.

4. Urlaubstag (Montag): Xcaret

Unsere Xcaret Tickets buchten wir mit Frühbuchercode schon von zu Hause aus für den 18. März. Was wir allerdings bis zum Abend selbigen Tages nicht wussten, es war ein mexikanischer Feiertag. Frühlingsanfang und der anstehende Geburtstag Benito Juarez’s. Was nun gefeiert wurde, weiß ich nicht genau, auf jeden Fall war’s leider sehr voll im Park.

Nachdem wir uns noch einen 1 Liter Smoothie im Nativo raus geholt hatten, fuhren wir weiter die 10 km südlich von Playa del Carmen zum Parque Xcaret. Am Eingang und zu Beginn gab es etwas Gerammel, wir machten uns gleich auf den Weg zur Badebucht und wurden nicht enttäuscht. Menschenleerer, weißer Sandstrand verzauberte uns für mindestens eine Stunde. Blöd nur, dass der Akku der GoPro leer war und wir keinen Ersatzakku dabei hatten. Egal, wir planschten und genossen das Leben. Gegen halb 12 Uhr wollten wir uns los machen, um den Rest des Parkes zu sehen. Allerdings wurde ständig irgendetwas zu um 12 Uhr angekündigt. Wir blieben also noch ein wenig „Alle raus aus dem Wasser und in einer Reihe am Strand aufstellen“, wurde ständig durchgesagt. Cool, wir hatten einen Tag erwischt, an dem 5 Meeresschildkröten ins Meer entlassen wurden.

Papagei Xcaret

Lest einen ausführlichen Bericht zum Park Xcaret – inkl. vieler Fotos!

5. Urlaubstag (Dienstag): Mamas Business-Day

Heute stand um 09:30 Uhr der erste Termin in einem Hotel in Playacar an, drei weitere folgten. Wir standen also auf und fuhren zum Nativo für ein kleines Frühstück. Ich ließ die beiden allein und fuhr weiter durch die Stadt Richtung Süden. Playacar ist ein kleines Dörflein südlich von Playa del Carmen, bestehend aus Hotels und Villen. Auch hier kommt man nur rein, wenn man der Security am Eingang seinen Ausweis gibt. Meine Beiden planten einen Spaziergang durch die Stadt, auf der Quinta entlang und vielleicht ein wenig Strand. Es tröpfelte und allgemein war es eher grau an diesem Tag. Gut für mich, denn so schwitzte ich nicht allzu sehr während ich durch die Hotels rannte. Doof für die beiden Urlauber.

Ab auf den Friedhof Xibalba

Ich zog also meine Termine durch, es klappte alles wunderbar. Als ich aus dem Hilton kam, flatterte ein Zettel am Auto. Oh nein, „Parken am gelben Rand“ – Das ist hier verboten. Ich habe einen Strafzettel bekommen! Naja, nicht so schlimm, kann ja nicht so wild sein, werden wir wohl beim Abgeben des Autos bezahlen müssen dachte ich mir und fuhr weiter bis nach Puerto Morelos, wo ich meinen letzten Termin hatte. Auf dem Rückweg hielt ich noch kurz vor der Stadt an, um am Friedhof ein paar hübsche Fotos zu machen. In Mexiko entstanden in den letzten Jahren unzählige Kunstwerke von lokalen Künstlern an Häusern und Mauern und der Friedhof ist umgeben von einer Mauer mit vielen hübschen Bildern zum Thema Mexikanischer Totenkult. Auch eine Szene aus dem Film Coco habe ich wieder entdeckt.

Nummernschild ist weg

Als ich an unserem Hotel ankam, bemerkte ich (glücklicherweise), dass mein Nummernschild vorne fehlte. Im ersten Moment dachte ich „Das wurde mir geklaut, ohje!“. Im zweiten Moment aber ahnte ich, dass das nur mit dem Strafzettel zusammenhängen kann. Ich fragte die Jungs vom Hotel und die verzogen schon mitleidig ihre Gesichter. Sie sagten mir wo das Transito Büro ist und schickten mich gleich los. Man hatte wohl 5 Tage Zeit aber wir wollten ja am nächsten Tag ganz pünktlich weiter und eigentlich war ein weiterer Stopp in Playa auf der Reise nicht mehr vorgesehen. Ich machte mich also kurz frisch, schnappte Geld und Zettel und fuhr zum Transito, noch jenseits der Carretera.

Auf zum Transitó

Am Eingang zum Parkplatz fragte ein unfreundlicher Mann, was ich da will. Ich wedelte mit dem Zettel und sagte ich will mein Nummernschild zurück. Er machte eine Armbewegung, die ich nicht verstand und raunzte auf meinen fragenden Blick nur, dass ich am Rand parken solle. Na super, es regnete, ich parkte das Auto am Rand, lief die 100 Meter wieder zurück und fragte ihn wo ich rein komme. Wieder nur eine unfreundliche Armbewegung, dieses mal in die andere Richtung. Danke für nichts. Es schien mir wirklich als sei er der erste unfreundliche Mexikaner, den ich getroffen habe. Naja jeder darf mal seinen schlechten Tag haben.

Abenteuer „Nummernschild zurückerobern“

Im Gebäude fragte ich gleich vorn an der Info den Sicherheitsmann wo ich hin muss. Er zeigte auf den Schalter gegenüber. Dort wurde mir gesagt ich soll zum Schalter 7 am anderen Ende des Ganges gehen. Der Mann am Schalter 7 schaute meinen Zettel an, tippte irgendetwas ein und schickte mich zum Schalter 11. Die Dame zeigte auf den Schalter gegenüber vom Sicherheits-Tisch und sagte ich muss dort hin. „Hallo ich bins wieder“, der jüngere Mann schaute mich fragend an. Hätte ich denn schon bezahlt? – Nein – Na deshalb soll ich doch zur 7 gehen. – Ja da war ich doch… Er kam hinter seinem Tresen vor und rief quer über den Gang warum die 7 mich wieder zurückgeschickt hat. Ein kurzer Austausch von Infos folgte, die ich akustisch sehr gut aber inhaltlich nicht verstand. Die 7 winkte mich zu sich. Ok, ich ging also wieder zurück und bezahlte meine 338 Pesos, es wurde was auf dem Zettel vermerkt und ich wurde zurück zur 11 geschickt. Dort schaute sich die Frau den Zettel noch mal an und gab mir endlich mein Nummernschild zurück.

Ich eilte raus zum Auto, vorbei an dem unfreundlichen Mann der auf einmal freundlich winkte und mir einen schönen Tag wünschte… verrückt…

Nummernschild verschwunden in Mexiko
Doof gelaufen aber was solls, es ist wieder da!

Typisch Mexiko…

Im Nachhinein glaube ich fast, die waren damit überfordert, dass ich mein Nummernschild noch am selben Tag abholte. Das passiert wohl eher selten. Die Touristen bemerken normalerweise nicht, dass es fehlt bzw bringen das Fehlen nicht mit dem Strafzettel in Verbindung und die Mexikaner fahren laut unserem freund Gustavo dann eben auch mal 5, 6, 7 oder mehr Monate ohne Nummernschild. Hinter der Dame am Schalter 11 befand sich auch ein riesiges Regal voll mit Nummernschildern, das erklärt so einiges!

6. Urlaubstag (Mittwoch): Akumal – Tulum

Unsere letzte Nacht in Playa, wir packten alle Sachen zusammen, denn die aufregende Rundreise auf der Halbinsel Yucatan sollte nun beginnen. Wir hatten schließlich genug Zeit um uns zu akklimatisieren. Wir verließen pünktlich um 7:30 Uhr das Hotel, deckten uns am Oxxo mit Getränken ein und fuhren nach Akumal, das zwischen Playa und Tulum liegt und aufgrund seiner Schildkröten bekannt ist.

Akumal Streetart Schildkröte

Mein Eindruck von Akumal und Tipps für einen Aufenthalt

Mama muss schon wieder zum Business

Um 10 Uhr hatte ich einen erneuten Termin im beliebten Akumal Bay. Ich zog mich also um und wanderte am Strand entlang vorbei am Secrets Akumal zum Akumal Bay. Hier wurde ich schon herzlich in Empfang genommen. Ich schaute mir das Hotel an, machte ein paar Fotos und ging wieder zurück. Auf dem Weg beschloss ich den nächsten Mexiko-Urlaub genau hier in diesem Hotel enden zu lassen!

Fahrt nach Tulum

Nachdem wir genug geplanscht hatten und Toni sogar eine Schildkröte spottete, machten wir uns auf den Weg nach Tulum. Für diese Nacht hatten wir ein Kugelzelt reserviert und ich wollte nicht zu spät dort eintreffen, um noch ein wenig die Anlage anzuschauen. In Tulum City aßen wir ein spätes Mittagessen. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass wir zum ersten Mal nicht die vollen 10% Trinkgeld gegeben haben. Der Kellner war träge, unkompetent und vergaß sogar uns Totopos und Salsas hinzustellen.

Garnelen in Kokos-Kruste
Garnelen in Kokos-Kruste mit Dip

Im Ecoglamping Tulum angekommen, freute sich das Kind gleich über den Pool und der Mann verschwand auf die Toilette. Als es zu regnen begann, fanden wir uns alle im Zelt ein, machten es uns gemütlich und lasen, schauten Bilder an oder spielten. Die Nacht im Zelt war kurz. Wir waren oft wach, da das Bett für drei Personen eindeutig zu klein war. Außerdem war es ziemlich hart.

7. Urlaubstag (Donnerstag): Sian Kaan – Bacalar

Am nächsten Morgen klingelte um 6:30 Uhr der Wecker. 7:45 Uhr sollten wir zur Sian Ka’an Tour abgeholt werden. Diese hatten wir ebenfalls im Voraus bei Viajero Mexico gebucht. All unsere Sachen mussten bis dahin im Auto verschwunden sein, denn am Abend wollten wir weiter nach Bacalar. Das war ein klein wenig stressig, vor allem weil das Kind nicht aufstehen wollte. Als der gute Herr von der Tour dann auch noch 10 Minuten eher einfach so da vorm Hotel rum stand, fühlte ich mich doch leicht unter Druck gesetzt. Ich war blöderweise mal wieder davon ausgegangen, 07:45 Uhr klappt eh nicht pünktlich. Die Frau, die wir danach abholten, glücklicherweise auch 😉

Sian Ka'an Ausflug Bootssafari
Lest hier meinen ausführlichen und ehrlichen Bericht zum Biosphärenreservat Sian Ka’an!

Next stop: Bacalar

Zurück in Tulum stiegen wir ins Auto und fuhren sofort Richtung Süden, an der anderen Seite Sian Ka’ans vorbei nach Bacalar. Wir wollten noch im Hellen ankommen aber lest selbst, was uns dann passierte…

Horrorfahrt ins Paradies

Ungefähr auf der Hälfte der Strecke hielten wir an einem großen mit Metalldosen geschmückten Weihnachtsbaum. Hier gab es Coco frio und das ließen wir uns nicht entgehen.

Mit Dosen geschmückter Baum
KEIN Dosenpfand macht’s möglich!

Die Sonne sank immer tiefer, das wird nie was im Hellen. An der nördlichsten Spitze der Lagune, ungefähr bei der Abfahrt nach Mahahual (wo wir ursprünglich hin wollten), war sie dann auch weg. Ca 40 Minuten zeigte uns das Navi an. Ich wunderte mich nur geringfügig darüber, schließlich mussten wir irgendwann demnächst links abbiegen und noch ca. 2 Kilometer zur Lagune fahren. Wenn die Straße auch nur halb so schlecht war, wie die Straße nach Punta Allen, so brauchen wir die Zeit definitiv. Es wäre schön, wenn wir das Auto heile zurückgeben.

Bei Dunkelheit im Nirgendwo

Die Abfahrt kam fix und die Straße war nicht nur halb so schlimm, wie die Sandstraße nach Punta Allen – Doppelt so schlimm trifft es eher! Wir fuhren ganz langsam, mittlerweile war es stockduster, als wir an eine Kreuzung kamen und uns für links oder rechts entscheiden mussten. Keine Häuser weit und breit, geschweige denn Wegweiser. Das Casatucan müsste rechts sein , wir bogen ein und die Straße verschlechterte sich. Ich bin meine sieben Tode gestorben und habe fast geweint. Was ist wenn es hier plötzlich nicht mehr weiter geht. Es sah schon nicht mehr aus wie Straße, sondern eher wie Waldweg… steiniger Waldweg. Drehen? Unmöglich! Die 2 Kilometer wieder zurück? Und dann? Internet bekam mein mexikanisches Handy auch nicht, also weiter…

An einem Haus angekommen…

Rechts war ein Haus und laut Navi waren wir am Hotel schon vorbei. Die Auffahrt da hoch schaffe ich nie im Leben, ich hielt davor an und wir überlegten was wir machen. Alle drei gehen, kommt nicht in Frage, einer geht, einer bewacht Auto und Kind. „Und wenn es ein Wohnsitz von irgendeinem Drogen-Boss ist?“ hörte ich mich fragen… Quatsch! Mit Taschenlampe bewaffnet und Mückenspray eingenebelt, schlich Toni rein. Fix kam er wieder raus, schüttelte den Kopf „Ist es nicht, haben sie auch nie gehört“. Ich glaube die Ratlosigkeit ließ mich in dem Moment nicht in Tränen ausbrechen… „Quatsch sagte er, wir sind richtig, du musst da hoch, wir sind eine Abfahrt zu früh abgefahren!“. Zwei kichernde Mädels kamen raus und fragten, warum wir die Abfahrt mit der schrecklichen Straße genommen haben. Das ist dort wohl noch nicht passiert. Die nächste Abfahrt hätte uns wohl von vorne auf das Grundstück gebracht, auf einem besseren Weg und mit Beschilderung. Mit einer Mischung aus Verwirrung, Freude und Angst (vor der Auffahrt auf den Hof) brachte ich das Auto in Sicherheit, checkte uns ein und bezog unsere Palapa für die nächsten zwei Nächte. What a day? Gute Nacht!

8. Urlaubstag (Freitag): Bacalar

ausführliche Informationen zu unserem Erholungstag, gibt es im speziellen Beitrag zu Bacalar:

Bacalar Bild in verschiedenen Blautönen
Viele Bilder und EIndrücke + meine Empfehlungen für Bacalar!

9. Urlaubstag (Samstag): Bacalar – Valladolid

Früh am Morgen wurde mein pünktliches Aufstehen mit diesem Anblick belohnt:

Sonnenaufgang Bacalar
Sonnenaufgang in Bacalar

Im Anschluss folgte ein Frühstück und gut gestärkt dann letztendlich die Räumung unserer Palapa. Unsere Zeit hier war schon wieder vorbei und der Norden Yucatans wartete bereits auf uns. Aber nicht bevor wir nicht das Herz der Halbinsel besucht haben. Zwar stand ein Besuch bei Chichén Itzá dieses mal nicht im Programm, aber in Valladolid wollten wir eine Nacht verbringen, um mal wieder etwas Stadtleben zu schnuppern.

Längste Strecke der Yucatan Tour

Über drei Stunden dauerte die Fahrt von Bacalar nach Valladolid und lasst euch gesagt sein, auf der Strecke gibt es so gut wie KEINE Tankstellen! Ein wenig Zittern, begleitete uns also auch auf dem Weg. Dafür gab es viele Möglichkeiten Coco Frio zu kaufen. Nach so viel Kokoswasser musste auch ein Pipi-Stop eingeplant werden, mitten im Nichts.

Ein Abend in Valladolid

Als wir dann endlich in Valladolid ankamen, checkten wir ein, brachten die Sachen aufs Zimmer und sprangen anschließend in den Pool. Ein bis zwei Margaritas durften dabei nicht fehlen. Zum Abend machten wir uns schick und gingen durch das belebte Zentrum zu einem Restaurant. Danach schauten wir uns die Lichterschau an den Mauern des Convento de San Bernadino de Siena an. Hier wurde kurz die Geschichte der Stadt erklärt, ganz bunt und farbenfroh. 21 Uhr ist die Vorstellung erst auf spanisch, ca. 20 Minuten später auf englisch. Zum Nachtisch noch ein Eis und ab ins Bett, denn unser kleines Faultier schlummerte zu dem Zeitpunkt schon lange tief und fest.

10. Urlaubstag (Sonntag): Valladolid – Rio Lagartos

Am Morgen genossen wir im Restaurant des Hotels ein umfangreiches Frühstück. Den Artesania Markt wollte ich noch mal besuchen: „nur mal gucken“. Natürlich fanden wir Mädels etwas, denn alle Bewohnerinnen tragen hier schicke bunt-bestickte Blusen. Die wollten wir auch! Wir versuchten ein wenig zu handeln.

Weiterfahrt nach Rio Lagartos

Zu um 11 Uhr mussten wir auschecken und fuhren dann weiter Richtung Norden. Um Valladolid gibt es unzählige Cenoten. Da einer von uns dreien Angst darin hatte, ließen wir die alle links liegen. Wegen der selben Person hielten wir auch nicht bei Ek Balam, das direkt auf der Strecke liegt. Die Sonne brannte und für das Kind ist so viel Kultur noch nichts. Vielleicht das nächste Mal, denn auch Valladolid wird uns sicher noch einmal begrüßen dürfen!

Stopp in Tizimin

Tizimin steht mittlerweile auch auf dem Plan mehrerer Reisender. Die Kirche ist wirklich recht klobig und außergewöhnlich. Wir machten kurz Halt für ein Granizado, das ist vom Eisblock abgeschabter Eisraspel, dem ein Sirup hinzugefügt wird.

Ankunft in Rio Lagartos

Fährt man in Rio Lagartos ein, wird man gleich von einer handvoll Guides willkommen geheißen. Man wird sie auch schwierig wieder los, letztendlich gibt es ja hier nichts außer die Flamingos und man kommt schließlich nur wegen einer Tour zu ihnen in den Ort im Norden der Halbinsel Yucatáns. Wir meinten das wir erst einmal ins Hotel wollen und tatsächlich verfolgte uns ein Guide auf dem Fahrrad. Wir nahmen seine Nummer und sagten, wir melden uns bei ihm. Das hielt uns allerdings nicht davon ab, trotzdem den ganzen Hafen entlang zu gehen und uns die verschiedensten Angebote anderer Guides anzuhören.

Rio Lagartos Mexiko
Rio Lagartos Buchstaben am Hafen

Hotel Río Lagartos

Mit unserem Hotel haben wir wirklich eine fantastische Wahl getroffen. Kind schwamm wie ein kleiner Fisch durch den Pool und wir genehmigten uns eine Margarita. Oder waren es zwei?

Nachdem wir dann von unserem Streifzug durch den Ort zurückkamen, beobachteten wir auf der Dachterrasse bei einem weiteren Cocktail, wie die Sonne im Meer verschwand.

Da wir im Ort keine hübsche Möglichkeit zum Essen gefunden hatten, nahmen wir das Angebot im Hotel in Anspruch. Natürlich durfte die Margarita nicht fehlen und weil uns der Kellner ins Herz geschlossen hatte, gab es noch zwei Weitere aufs Haus 🙂

11. Urlaubstag (Montag): Rio Lagartos – Las Coloradas – El Cuyo

Auch an diesem Urlaubstag klingelte der Wecker früh. Die Bootstour sollte für uns 07:30 Uhr beginnen, damit wir noch vorher das leckere Frühstück im Hotel mitnehmen konnten.

Ausflug auf der Ria und Weiterfahrt über Las Coloradas

Wir machten uns den Ausflug noch am Nachmittag des Vortages klar. Die meisten Guides sind bis ca 17 Uhr da und man kann sich das beste Angebot einholen! Lest hier mehr zu unseren Erlebnissen mit dem Boot auf der Ría Lagartos und mit dem Auto in Las Coloradas:

Rio Lagartos und die Flamingos
Unsere Erlebnisse in Rio Lagartos und ein paar Fotos… Achtung es wird pink 😀

Von Las Coloradas aus fuhren wir wieder zurück Richtung Valladolid und bogen dann nach Osten ein, um am späten Nachmittag in El Cuyo zu landen.

Wieso El Cuyo?

El Cuyo stand eigentlich auf meiner Liste, weil ich irgendwo gelesen hatte, es sei ein ruhiger Ort – ideal für den Badeurlaub von Familien. Holbox ist ja nicht weit entfernt und ich stellte mir ähnliche Strände wie dort vor. Ohne mich großartig weiter zu informieren, buchte ich zwei Nächte in einer Palapa am Strand, wo auch eine Kite School ist. Spätestens da hätte ich die Ohren spitzen müssen. Ruhiger Strand und Kiten passt zusammen wie Schneemänner und Sommer. Aber anstelle dessen freute ich mich auf viele bunte Segler am Himmel, während wir am Strand liegen und die letzten zwei Tage im ruhigen Meer planschen können. Kurios oder? Manchmal sind meine Gedankengänge später echt nicht mehr nachvollziehbar.

Ankunft in El Cuyo

Wir kamen also gegen 16:30 Uhr in dem verschlafenem Dorf an. Wieder hatte ich eine handvoll Guides am Ortseingang erwartet, schließlich ist die Ría von El Cuyo auch nicht weit entfernt und hat ebenso Zugang. Nichts! Gähnende Leere. Allerdings versuchte man uns hier auf dem Weg zur Kite School mehrfach eine Unterkunft aufzuschwatzen. Es gibt eher weniger Hotels hier, dafür sehr viele kleine Villen am Strand, die vermietet werden. Die beste Auswahl für Unterkünfte gibt es über Airbnb. Laut einer Dame aus Kanada mit der wir später erzählten, hat weiter Richtung Osten am Strand ein Resort aufgemacht. Das konnten wir weder vor Ort, noch in google maps finden.

Sonnenuntergang in El Cuyo

Es war windig, die Wellen waren hoch, die Palapas niedlich aber die Umgebung nicht mal halb so attraktiv, wie die letzten Tage. Ich spürte sofort, es war keine gute Idee hierher zu kommen. Wir ließen unsere Sachen in der Palapa und gingen vor zum Strand. Ungefähr 10 Kiter flitzten über das Wasser. Am Strand lagen die Drachen und Strippen. Wir suchten uns dazwischen einen Platz, schauten ihnen zu und spielten mit den drei, vier, fünf Hunden, die sich schwanzwedelnd freuten, dass endlich mal jemand Zeit für sie hat. Die Sonne kam der Erde verdächtig nahe, aus der Traum von einem letzten Sonnenuntergang im Meer. Das gibt’s nicht in El Cuyo, aber fast. Trotzdem, wunderschön!

Restaurants in El Cuyo

Es gibt nicht viele Touristen, dementsprechend auch nicht viele Restaurants. Wir fanden ein Fisch Restaurant und zwei Taco-Imbisse. Fisch war unsere erste Wahl. Witzigerweise sagte uns die Promotion-Frau vorm Restaurant, es macht um 19 Uhr zu. Wir wollten schon wieder gehen, denn es war bereits halb sieben, aber sie meinte wenn wir erst mal drin sitzen, werden wir auch nicht raus geschmissen. Na gut. Oben waren zwei Tische besetzt. Letztendlich waren wir bis um 21 Uhr dort und es wurde auch nach sieben Uhr noch richtig voll. Wir hatten Oktopus und Fisch mit Chili, es war sehr lecker und preislich wie gewohnt günstig.

Auch am nächsten Tag stellten wir fest, dass man eigentlich immer wieder die gleichen Nasen sieht, sowohl morgens beim Frühstück, als auch abends beim Abendessen, denn dienstags hatte das Fisch-Restaurant beispielsweise geschlossen. So fanden sich alle beim Taco-Imbiss ein. Es gibt eben auch nicht mehr Touristen, die mehrere Restaurants täglich füllen würden.

12. Urlaubstag (Dienstag): El Cuyo

Der Tag war zum Relaxen da, so ließen wir ihn entspannt starten, zogen uns an und gingen zum Café Naia zum Frühstück.

Café Naia in El Cuyo

Diesem Ort gebührt ein eigener Absatz 🙂 Als wir ankamen, war jeder Tisch besetzt. Wir suchten uns einen Warteplatz. Im Sand lagen große Muscheln und Schüsseln zum „Kochen“ für die Kleinen, was unsere Tochter gleich annahm und sich mit der yucatekischen Sand-Küche auseinandersetzte. Wir warteten ca. eine halbe Stunde. Eine Alternative blieb uns nicht. Außerdem hatte ich schon vorher auf Instagram die Köstlichkeiten des Cafés ausspioniert und als die Speisen dann live vor meiner Nase vorbei sausten, kam sowieso nichts anderes in Frage. Das Café Naia hat eine Engländerin gegründet. Hier arbeiten vier Angestellte auf Hochtouren, um all die hungrigen Mäuler zu versorgen und ja, hier treffen sich wirklich alle Touristen des kleinen Ortes. Als wir dann an der Reihe waren, bestellten wir Crepes mit Früchten und Smoothies. Zum ersten Mal gab es sogar die Möglichkeit explizit glutenfreie Speisen zu ordern. Es war sehr lecker und ich bildete mir ein gesund, deshalb gehen alle Daumen hoch!

Ein Tag in El Cuyo

Nach unserem ausgiebigen Frühstück gingen wir am Strand entlang bis zum Steg. Hier sammelten wir die hässlichen Plastikdinger auf, die Dosen zusammen halten, zerstörten sie (damit sich keine Schildkröte darin verfängt) und warfen sie in den Müll. Blöderweise lagen die überall rum. Wie kann das sein? Wieso muss das sein? Wir wanderten wieder zurück, sammelten ein paar Muscheln und killten im Camp eine Kokosnuss, tranken und aßen sie genüsslich und schwatzten mit den Engländern und Deutschen, die ebenfalls Camper der Kite School waren. Zum Nachmittag liefen wir noch mal in die andere Richtung. Ein letztes Mal ins Wasser hüpfen war unser Ziel. Die Wellen waren hoch, die Strömung unberechenbar. Nichts für Kinder. Wir schauten erneut der Sonne beim Untergehen zu und suchten uns wieder etwas zum Abendessen. Es gab Tacos. Danach packten wir unsere Sachen zusammen, am nächsten tag mussten wir pünktlich nach Cancún aufbrechen.

Lohnt sich El Cuyo?

Für Kiter ziemlich sicher! Die bleiben teils wochenlang oder gar Monate hier. Ideale Bedingungen zum Kiten gemixt mit karibischem Flair, macht diesen Ort für sie perfekt! Für Familien mit wassergeilen Kindern ist es nichts für längere Zeit. Die zwei Nächte waren ausreichend für uns und genau richtig um runter zu kommen. Letztendlich war es doch echt schön und ein passender Abschluss für unsere Reise. Nochmal muss ich aber nicht unbedingt nach El Cuyo, es sei denn ich überlege mir Kiten zu lernen.

12. Urlaubstag (Mittwoch): El Cuyo – Cancún – DF – Puebla

Puh, dieser Tag war noch mal richtig anstrengend. Man gut dass wir am Vortag so viel Ruhe und Entspannung hatten. Früh morgens um 6 Uhr klingelte der Wecker. Halb sieben saßen wir im Auto, frühstückten auf dem Weg lauter ungesundes Kram, was wir am Vortag im Lädchen gekauft hatten.

Mietwagen Rückgabe

Gegen 9 Uhr kamen wir in Cancún an. Allerdings gibt es zwischen den Staaten Yucatan und Quintana Roo eine Zeitverschiebung, sodass es in Cancún schon 10 Uhr war. Wir tankten den Wagen ein letztes Mal voll. Knapp 1500 Kilometer sind wir gefahren. Danach ging es zurück zur Mietwagenstation, Auto ausräumen, Abnahme, Sachen in Van einräumen, Fahrt zum Flughafen, Sachen ausräumen. Bei der Rückgabe gab es absolut keine Probleme. Alles fein! Ich schloss mich nur in der Toilette ein und hatte kurzzeitig Panik, dass wir jetzt den Flug verpassen aber das Befreiungs-Komitee konnte die Tür recht schnell öffnen!

Flug nach México City, DF, México

Der Flug sollte 12:40 Uhr nach Mexico City bzw. DF (Distrito Federal) bzw. nur México gehen. Unsere Airline war Interjet und leider Gottes war es die einzige Airline, deren Check-in voller Menschen war. Wir stellten uns an, blieb uns ja nichts anderes übrig und als wir endlich an der Reihe waren, war es schon kurz vor 12 Uhr. Das Gepäck fand seinen Weg und wir unseren durch die Sicherheitskontrolle bis zum Gate. Wir durften in der ersten Gruppe boarden und den Flieger besteigen und kurz darauf hoben wir ab und landeten pünktlich wieder in Mexico City. Der Flughafen liegt inmitten der 20-Millionen Stadt und beim Landen sieht man ein Meer von Häusern.

Kind steht am Gate
Unser Flieger nach México City

Busfahrt nach Puebla

Der Internationale Flughafen Benito Juarez hat zwei Terminals und ist recht groß. Ein netter Mann am Infostand, teilte uns mit dass das Bus-Terminal im Terminal 1 ca. am anderen Ende liegt. Mit all unserem Gepäck stürmten wir da hin, weil wir nicht wussten wie oft und wann die Busse nach Puebla fahren. Keine Sorge, Estrella Roja fährt alle halbe Stunde und ADO auch recht oft dazwischen. Wir kauften uns Tickets, gingen zum Bus, gaben unsere fünf Aufgabegepäckstücke ab, warteten kurz und nahmen in dem wohl bequemsten Bus Platz, mit dem ich je gefahren bin. Bevor der Bus kam, fragte uns ein Mexikaner noch zum zweiten Weltkrieg und Ost- und Westdeutschland aus. Immer interessiert, echt lobenswert!

Die Fahrt nach Puebla dauerte ca. 2,5 Stunden. Wir kamen gegen 18 Uhr in Puebla an und wurden von Freunden abgeholt. Die letzten Tage bei unserer mexikanischen Lieblingsfamilie begannen mit einem herrlichen Abendbrot. Alle waren da uns zu begrüßen. Es war ein wunderbarer und emotionaler Abend, vor allem weil es auf beiden Seiten Familienzuwachs gab, den die jeweils andere Seite noch nicht kannte.

Ankunft in Puebla, Gepäck
Wir sind in Puebla und haben soooo viel Gepäck!

13. – 16. Urlaubstage: Puebla | African Zoo | Zacatlán etc.

Wir hatten vier volle Tage in Puebla, von Donnerstag bis Sonntag, die mit allerlei Aktivitäten und viel Essen schon im Vorfeld bestückt wurden. Am ersten Tag fuhren wir zum African Zoo, was eine Art Serengeti Park ist und vor allem für die Kinder toll war. Blöderweise erzählte unsere Maus dann zu Hause, als man sie fragte, welche Tiere sie in Mexiko gesehen habe „Giraffen und Elefanten“.

Am nächsten Tag besichtigten wir Puebla, erforschten die Tunnel, die noch aus dem Krieg gegen Frankreich übrig geblieben sind und shoppten die letzten Andenken aus Mexiko ein.

Der vorletzte Tag hielt eine etwas weitere Reise nach Zacatlán für uns bereit. Dort gab es einen kleinen Action Park mit einem riesigen Wasserfall, einer Zip Line, Hängebrücke, Bogenschießen etc. Der Flug über den Wasserfall war unbeschreiblich toll, leider viel zu kurz.

Am letzten Tag wollten wir nicht mehr viel machen. Wir gingen mit den drei Mädels auf einen großen Spielplatz und genossen die Sonnenstrahlen. Zum Abend gab es Cemitas für alle, das ist wie bei uns der Döner, ein mexikanisches Fast Food Gericht.

Rückreise: Puebla – DF – Paris – Berlin

Natürlich, der Tag musste ja kommen, viel zu schnell, wie in jedem Urlaub. Der Rückreisetag! Eine lange Reise stand uns bevor. Aber zuerst Frühstück, das letzte Mexikanische. Nach Chilaquiles, Tacos und Rührei konnten wir dann gegen 11 Uhr nach Hause kugeln. Am Busbahnhof von Puebla gab es noch mal einen tränenreichen Abschied. Bis zum nächsten Mal ihr Lieben!

Mit dem Bus von Puebla nach México

Zuerst mussten wir mit dem Bus zurück nach México City, dort checkten wir für unseren Flug MEX-CDG-TXL ein. Eine letzte Margarita auf mexikanischem Boden sollte meinen Start in die Selbständigkeit symbolisch unterstützen, denn es war der erste April und La Viajane war endlich geschlüpft! Zu Hause wartete also viel Arbeit, das hatte ich bis dahin einigermaßen verdrängt… aber schöne Arbeit 🙂

Flug nach Europa mit der A380

Um 18 Uhr stiegen wir in den großen Flieger, eine A380 stand für uns bereit. Mit ca einer Stunde Verspätung (viel Verkehr am Flughafen) flogen wir los und hatten über Nacht einen angenehmen Rückflug. In Paris hatten wir 50 Minuten zum Umsteigen, das reicht gerade so um von einem Terminal zum anderen zu kommen. Man bedenke, dass man ja auch noch durch die Visa und erneut durch die Sicherheitskontrolle muss.

Kinder Menü - Flugzeugessen
Kindermenü im Flieger der Air France

Endlich wieder zu Hause nach 23 Stunden Reiserei…

Am nächsten Tag landeten wir pünktlich kurz nach 17 Uhr in Berlin Tegel, holten unsere Koffer (Alle drei Tequila Flaschen sind heil geblieben!), suchten den Shuttle zum Parkplatz und fuhren dann gemütlich nach Leipzig. Das Kind freute sich riesig, Endlich nach Hause, endlich wieder unser Auto, endlich wieder Kindergarten! Was für eine Reise…!